Schlagwort-Archive: Neurologie

Restless Legs Syndrom (RLS) – Unruhige Beine

Restless Legs

Foto: © Thomas Siepmann / Pixelio / www.pixelio.de

Dieses Leiden nimmt stetig zu, ich erfahre dies aus dem Bekanntenkreis. Interessant ist, dass Frauen häfiger erkranken als Männer, nämlich doppelt soviel. Die Krankheitsfälle steigen mit dem Alter an.

Meistens kommt es Abends beim Zubettgehen, dann wenn der Körper eigentlich entspannen soll. Dann also, wenn man sich gerade hingelegt hat.
Dann kommt ein sehr unangenehmes Missempfinden in den Beinen: Man Druck, Schmerzen, Spannungen, Kribbeln oder Ziehen, dies führt zu einem Bewegungsdrang in den Beinen. Das kann sich in der Nacht mehrmals wiederholen, so dass die Personen schliesslich unter Schlafmangel leiden. Der Patient erfährt eine kurze Linderung durch kaltes Abduschen und Massage.

Man hat herausgefunden, dass die Ursache durch Störungen des Dopaminstoffwechsels im Gehirn entsteht.
Restless Legs Syndrom hat ähnliche Symptome wie die Parkinson-Krankheit. Deswegen setzt der behandelnde Arzt, meistens ein Neurologe ein Medikament ein, das auch bei Parkinson verschrieben wird: Handelsname Sifrol, Wirkstoff Pramipexol. Bei hartnäckigen Fällen müssen Opiate oder auch Mittel gegen Eilepsie verabreicht werden. Erfolge verschaffen auch viel leichte Bewegungen wie Gymnastik-Übungen oder Yoga.
Entspannungs-Übungen wie Autogenes Training oder Meditation sind hierfür dagegen “reinstes Gift”, denn die gewünschten Wirkungen können ins Gegenteil kehren, bzw. die Symptome verstärken, der Patient wird noch unruhiger.

Veröffentlicht unter Gesundheit, Medikamente, Neurologie | Verschlagwortet mit , , , | Hinterlasse einen Kommentar

ADHS bei Erwachsenen

Ich möchte heute in diesem “Blog-Artikel” einen kleinen Umriss über ADHS geben. Schon allein aus dem Grund, weil ich selbst betroffen bin.

Was ist ADHS?

Die Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivivtätsstörung, die aus aus einem Ungleichgewicht im Zusammenspiel der Botenstoffe im Gehirn (Dopammin, Noradrenalin und Serotonin) resultiert, erwirbt man bereits im Kindesalter. Oft wächst sie sich zum Erwachsenealter zwar aus, kann jedoch in manchen Fällen fortbestehen.
Diese Botenstoffe sind für Antrieb, Wahrnehmung und Impulskontrolle verantwortlich. Es herrscht oft ein Mangel dieser Botenstoffe (auch Neurotransmitter genannt) vor, da diese sich nicht ausreichend im synaptischen Spalt befinden.

Symptome sind u.a. Störungen der Aufmerksamkeit und der Konzentration, Unorganisiertheit, fehlendes Selbstwertgefühl, fehlende Impuls-Kontrolle, man kann nicht richtig zuhören, quatscht oft dazwischen, unterbricht Leute beim Reden, emotionale Labilität, man ist oft überreizt, schon bei Kleinigkeiten im Alltag und in Stress-Situationen, flippt schon beim geringsten Anlass aus. Ungeduld, Lustlosigkeit, Antriebsschwäche, geringes Durchhaltevermögen, Vergesslichkeit.
Bestimmt habe ich einige vergessen, die Liste kann man also beliebig fortsetzen. Alle Symptome kenne ich nur zu gut.

Die Störung kann in Testungen diagnosdiziert werden, beispielsweise in den neurologischen Abteilungen der Unikliniken.
Die Ursachen sind meist genetischer Natur, die von Umweltbedingungen gefördert werden.

Die Behandlung wird von einem ausgebildeten Neurologen vorgenommen. In der Regel besteht die Therapie aus 2 Teilen: Medikamentiös und Verhaltenstherapie.
Es werden Medikamente am Häufigsten mit dem Wirkstoff Methylphenidat eingesetzt, bekannt auch unter dem als Handelsnamen “Ritalin”.
Produktnamen auf dem Markt sind beispielsweise, Medikinet, Concerta, Equasym, Ritalin.
In der Therapie wird mit einer sehr niedrigen Dosis begonnen, die langsam gesteigert wird, um Unverträglichkeit und eventuelle Nebenwirkungen besser kontrollieren zu können.
Eingenommen wird es meist in Kapselform, 2-3 mal am Tag.

Medikinet Adult ist nun das erste Medikament, dass für Erwachsene von den Krankenkassen im Sommer 2011 zugelassen wurde.
Der Wirkstoff wird in ratardierter Form freigesetzt.

Das Medikament hat bei mir gut angeschlagen, fast ganz ohne Nebenwirkungen. Zur Zeit spüre ich lediglich einen gebremsten Apettit.
Ich bin mit der Wirkung bisher sehr zufrieden und die daraus entstandene verbesserte Lebensqualität ist enorm.
Ich fühle mich in Alltags-Situationen gelassener, souveräner, fühle mehr innere gebündelte Stärke, irgendwie “gesammelt”, besonnener, einfach “cooler”. Habe bei Routine-Aufgaben wie Einkaufen gehen, viel mehr Freude und Durchhaltevermögern, ermüde nicht so schnell beim Arbeiten, bleibe “standhafter”. Auch im Umgang mit Mitmenschen hat sich vieles zum Positiven entwickelt. Man ist umgänglicher geworden, macht sein Gegenüber nicht mehr so nervös, da diese innere Unruhe abgenommen hat.
Man wird sich über sich selbst bewußter, wer man früher im Vergleich zu Heute war: Oft kopflos, ein aufgescheuchtes Huhn, das ohne Konzept und Struktur rumrann. Immer sprunghaft in den Gedanken, Sofort immer “sprungbereit” zum nächsten Thema. Ess-Störungen, Fressatacken: Ungebremster Konsum von Süßigkeiten am abendlichen Fernseh-Tisch um die innere Unruhe/Unausgeglichenheit zu bekämpfen.

Es gibt in Deutschland viele Selbsthilfegruppen, in der “realen Welt” in allen großen Städten, sowie auch im Internet. Einige der Foren habe ich hier aufgelistet:
http://www.adhs-chaoten.net
http://www.adhs-anderswelt.de
http://www.ads-bei-erwachsenen.de

Veröffentlicht unter Gesundheit, Medikamente, Neurologie | Verschlagwortet mit , | Hinterlasse einen Kommentar